Warum kaufen 2026 noch Leute ein iPhone mit Home Button?

Ein iPhone mit Home-Button, im Jahr 2026. Der Reflex liegt nahe: Auslaufmodell, Nostalgie, ein Gerät für Leute, die den Wandel verpasst haben. Nur erklärt dieser Reflex nicht, warum das iPhone SE (2022) so beharrlich nachgefragt wird. Interessant ist es nämlich nicht, weil es das günstigste iPhone im Regal ist. Sondern weil es das Letzte ist, das eine bestimmte Sache noch kann.



Seit Februar 2025 gibt es keinen Nachfolger

Am 19. Februar 2025 stellte Apple das iPhone 16e vor und nahm das SE am selben Tag aus dem Programm. Das 16e setzt auf Face ID. Damit verkauft Apple erstmals seit 2007 kein iPhone mehr mit Homebutton. Touch ID selbst gibt es zwar weiterhin, im Power-Button von iPad Air, iPad mini und Einstiegs-iPad und in jedem aktuellen MacBook. In einem iPhone gibt es Touch ID Stand jetzt nicht mehr.

Das ist der Kern der Sache. Wer Touch ID am iPhone will, wählt nicht zwischen Modellen. Es gibt genau ein Gerät, und neu ist es nicht mehr zu haben. Deshalb behält das SE seine Fans, und deshalb ist es im Refurbished-Markt eine bewusste Wahl.

Was Touch ID im Alltag besser macht

Der Home-Button gewinnt nicht überall, aber in einigen Situationen deutlich. Das Telefon liegt flach auf dem Tisch oder steckt in der Autohalterung: Daumen drauf, entsperrt. Kein Aufnehmen, kein Vorbeugen, kein Wischen. Helm auf, Schal bis zur Nase, Skibrille im Gesicht: Face ID hat damit Mühe, der Sensor im Knopf nicht. Und es ist eine Bewegung statt zwei, weil das Entsperren und der Weg zum Homescreen derselbe Druck sind.

Dazu kommt ein Punkt, der sich schlecht messen lässt und trotzdem zählt: Muskelgedächtnis. Ein Knopf ist immer am selben Ort und gibt Rückmeldung. Du musst nicht hinsehen, um ihn zu treffen. Face ID ist schneller, wenn alles passt, aber es verlangt, dass Du das Telefon anschaust. 

Und es geht nicht nur ums Entsperren. Jede Zahlung mit Apple Pay, jede Passwortfreigabe, jeder Kauf im App Store verlangt eine Bestätigung. Über den Tag verteilt sind das viele kleine Momente, in denen entweder Dein Daumen auf einem Knopf liegt oder Dein Gesicht in die richtige Richtung zeigen muss. Wer diesen Ablauf seit Jahren kennt, empfindet den Wechsel nicht als Fortschritt, sondern als zusätzlichen Schritt.

Ehrlich bleibt ehrlich, auch in die andere Richtung. Touch ID ist kein Zauberwerkzeug. Nasse Finger, Fett am Daumen, Mehl, im Winter ausgetrocknete Haut, Handschuhe: Da streikt der Sensor genauso verlässlich wie Face ID unter einer Skibrille. Wer den ganzen Tag mit den Händen arbeitet, gewinnt mit Touch ID nicht automatisch.

Der Home-Button ist keine Taste, sondern eine Bedienlogik

Das SE ist 4,7 Zoll gross, 138,4 mm hoch, 67,3 mm breit und wiegt 144 Gramm. Es lässt sich mit einer Hand bedienen, ohne die Finger zu verrenken, und es verschwindet in jeder Hosentasche. Wer die klassischen iPhones wie iPhone 8, 7 oder 6s genauso geliebt hat wie wir, muss nichts umlernen: Zurück zum Homescreen heisst drücken, App-Umschalter heisst zweimal drücken. Kein Wischen von unten, kein Ziehen von den Rändern.

Genau das macht das SE zu einem der wenigen sinnvollen Erstgeräte für Kinder, zum naheliegenden Gerät für Eltern und Grosseltern und zum unauffälligen Zweit- oder Arbeitstelefon. Und für Menschen, die mit Wischgesten grundsätzlich Mühe haben, ist ein physischer Knopf keine Nostalgie, sondern der Unterschied zwischen bedienbar und nicht bedienbar.

Technisch ist es weiter, als es aussieht

Im SE (2022) steckt der A15 Bionic, dieselbe Chip-Generation wie im iPhone 13. Das hat zwei praktische Folgen. Erstens läuft iOS 27, das Apple im Juni 2026 vorgestellt hat und das im Herbst diesen Jahres verfügbar wird, auf dem SE der dritten Generation, denn kein iPhone verliert dieses Jahr den Support. Zweitens verlangt Apple Intelligence mindestens einen A15. Das SE erfüllt diese Hürde, iPhone 11 und iPhone 12 nicht.

Dass Apple 2022 den damals aktuellen Chip in eine Hülle von 2017 gesetzt hat, zahlt sich heute aus. Das SE sieht aus wie 2017 und rechnet wie 2021. Dazu kommen 5G, IP67 gegen Staub und Wasser, eine 12-Megapixel-Kamera mit optischer Bildstabilisierung und drahtloses Laden nach Qi.

Wo das SE ehrlich schwach ist

Der Akku ist der Punkt, an dem es weh tut. 2018 mAh sind wenig, und ein Tag mit Navigation, Musik und Kamera geht nicht ohne Zwischenladen. Wer das Telefon abends um sechs noch bei 40 Prozent haben will, kauft hier falsch.

Daraus folgt ein Hinweis für den Kauf: Bei einem Gerät dieses Jahrgangs ist der Akku das Verschleissteil, nicht der Chip. Achte deshalb weniger auf die optischen Gebrauchsspuren und mehr auf die Angabe zum Akkuzustand. Den Unterschied merkst Du täglich, die kleine Schramme am Rahmen nach einer Woche nicht mehr.

Das Display ist ein 4,7 Zoll grosses IPS-Panel mit 60 Hertz und typisch 625 Nits, mit Rahmen oben und unten. In direkter Sonne liest Du mit zusammengekniffenen Augen. Die Kamera hat eine Linse: Keinen Ultraweitwinkel, kein Tele, keinen Nachtmodus. Bei Tageslicht macht sie gute Bilder, im Dämmerlicht nicht.

Geladen wird über Lightning. Wer den Haushalt auf USB-C umgestellt hat, trägt wieder ein zweites Kabel mit. Magnetisches MagSafe-Zubehör hält am SE nicht, drahtlos laden funktioniert trotzdem. Und 64 Gigabyte sind knapp bemessen: Für Mail, Messenger, Streaming und Fotos in der iCloud reicht das gut, für offline geladene Serien und eine grosse lokale Fotobibliothek nicht.

Für wen es das falsche Gerät ist

Wenn Touch ID für Dich kein Argument ist, sondern nur der Preis, dann ist das SE nicht die beste Wahl. Beim iPhone 12 bekommst Du mehr Bildschirm und eine zweite Kamera, dafür mit Face ID und ohne Apple Intelligence. Wir haben dieses Gerät an anderer Stelle im Detail auseinandergenommen. Wer viel fotografiert, unterwegs Serien schaut oder lange Tage ohne Steckdose hat, sollte ebenfalls weiterschauen.

Ein Hinweis in die andere Richtung: Kauf das SE nicht wegen einer Nostalgie, die Du nicht hast. Wenn Du nie ein iPhone mit Home-Button besessen hast und Face ID Dich nie gestört hat, dann ist Touch ID für Dich kein Kaufargument, sondern nur ein anderer Weg zum selben Ziel. Dann zählt allein, was Du fürs Geld bekommst, und darauf gibt es je nach Budget bessere Antworten.

Das Angebot im September

Im September gibt es das iPhone SE (2022) mit 64 Gigabyte in Polarstern für CHF 170.85 statt CHF 201.–, das sind 15 Prozent Rabatt, gültig bis zum 30. September. Der Rabatt gilt über alle Zustände, Du entscheidest also selbst, wie viele Gebrauchsspuren Du in Kauf nehmen willst.

Für ein Gerät, das Apple nicht mehr baut, ist refurbished ohnehin der verbleibende Weg. Neu gibt es das SE nicht mehr, und eine private Kleinanzeige liefert weder Garantie noch geprüfte Funktion. Revendo ist Apple Authorised Service Provider. Auf jedes Gerät gibt es ein Jahr Garantie, erweiterbar auf drei, dazu 14 Tage Rückgaberecht und Filialen in der ganzen Schweiz, in denen Du das Gerät vorher in die Hand nehmen kannst.

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Ein Hoch auf Touch ID also. Nicht, weil früher alles besser war, sondern weil dieses eine Detail für einen Teil der Leute nie ersetzt wurde.

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