Ist Revendo seriös? Was mit Deinen Daten passiert, und mit denen der Vorbesitzer:in

Wer nach Erfahrungen mit Revendo sucht, findet Tausende Bewertungen, viel Lob und auch Kritik. Ein Teil dieser Kritik dreht sich um das Thema, bei dem gebrauchte Elektronik am meisten Vertrauen verlangt: Daten. Was ist noch auf dem Gerät, das ich kaufe? Und was passiert mit meinem, wenn ich es abgebe?

Wir nehmen die Frage ernst, weil sie die richtige ist. Ein Smartphone ist heute kein reines, unpersönliches Stück Hardware mehr, sondern ein Schlüsselbund. Diesen Schlüsselbund gibt man nicht weiter, weil irgendwo «vertrauenswürdig» steht. Deshalb beschreiben wir hier nicht, wie sorgfältig wir sind, sondern wie der Prozess aufgebaut ist.



Sind die Daten der Vorbesitzer:in auf einem refurbished Gerät wirklich gelöscht?

Bei Revendo ja, und es ist nachweisbar. Jedes Gerät wird mit Phonecheck gelöscht, einer auf Geräteaufbereitung spezialisierten Software. Für jeden einzelnen Löschvorgang entsteht ein signiertes Zertifikat, das an die Seriennummer dieses konkreten Geräts gebunden ist. Aus «wir haben gelöscht» wird damit ein Datensatz mit Gerät, Zeitpunkt und Verfahren.

Phonecheck arbeitet nach NIST SP 800-88 Rev. 2, der aktuell gültigen US-Richtlinie für Datenlöschung, und nach IEEE 2883, und ist ADISA-zertifiziert.

Reicht ein Werksreset nicht?

Technisch schon, mit einer Einschränkung. Moderne iPhones und Android-Geräte verschlüsseln alle Daten automatisch. Ein Werksreset löscht den dazugehörigen Schlüssel. Ohne Schlüssel sind die verbleibenden Daten auf dem Speicher unlesbar. Das Verfahren heisst kryptografisches Löschen, auf Englisch Crypto Erase, und ist in NIST SP 800-88 Rev. 2 als eigenständige Sanitisierungstechnik ausdrücklich anerkannt, auch nach der grundlegenden Überarbeitung der Richtlinie 2025.

Was fehlt, ist der Nachweis. Kein Protokoll, keine Seriennummer, kein Zeitstempel. Für ein privates Gerät reicht das gut aus. Für den Wiederverkauf durch ein Unternehmen nicht: Ohne Beleg lässt sich später nicht zeigen, dass genau dieses Gerät zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich gelöscht wurde.

Deshalb setzt unser Prozess zwei Ebenen übereinander: Dein eigener Reset als Voraussetzung, unsere zertifizierte Löschung als Nachweis obendrauf.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich mein iPhone an Revendo verkaufe?

Die erste Ebene betrifft Dich direkt, und sie wird oft übersehen: Dein Gerät muss bereits zurückgesetzt sein und darf keine aktive Sperre mehr haben. Bei privaten Geräten heisst das keine iCloud- oder Find-my-Sperre. Bei Firmengeräten heisst das keine aktive Verwaltung über MDM, ABM oder JAMF. Das gilt gleichermassen online per Post und im Laden.

Ein gesperrtes Gerät können wir nicht ankaufen. Eine aktive iCloud-, Find-my- oder MDM-Sperre lässt sich ausschliesslich durch die Kontoinhaberin oder den Kontoinhaber selbst aufheben, nicht durch uns, und das bleibt auch so: Wir fragen nie nach Zugangsdaten und würden sie auch nicht entgegennehmen. Deshalb ist der Ankauf bei einem gesperrten Gerät unabhängig von Modell und Zustand nicht möglich. Lässt sich die Sperre nicht lösen, kannst Du das Gerät gerne trotzdem bei uns lassen. Es geht dann nicht in den Wiederverkauf, sondern ins fachgerechte Recycling.

Wie Du Dein Gerät in diesen Zustand bringst und worauf Du dabei achten solltest, zeigen die beiden nächsten Abschnitte.

Was hat es mit der einstündigen Sicherheitsverzögerung auf sich?

Seit iOS 17.3 gibt es den «Schutz für gestohlene Geräte». Ist er aktiv, was inzwischen der Normalfall ist, und befindet sich Dein iPhone nicht an einem hinterlegten vertrauten Ort wie Zuhause oder am Arbeitsplatz, verlangen sicherheitsrelevante Schritte wie das Abmelden vom Apple-Account oder das Ausschalten von «Wo ist?» eine Sicherheitsverzögerung: eine Face-ID- oder Touch-ID-Bestätigung, eine Stunde Wartezeit, danach eine zweite Bestätigung.

Das betrifft nur das iPhone, nicht iPad, Mac oder Apple Watch. Praktisch heisst das: Meldest Du Dich erst bei uns in der Filiale vom Apple-Account ab, kann allein dieser eine Schritt bis zu eine Stunde dauern. Erledige ihn darum nach Möglichkeit zu Hause, dort zählt der Ort als vertraut und die Verzögerung entfällt. Wie Du Dein Gerät im Einzelnen vorbereitest, steht im nächsten Abschnitt.

Wie lösche ich mein Gerät selbst, bevor ich es verkaufe?

Damit der Ankauf klappt, muss das Gerät zurückgesetzt und entsperrt bei uns ankommen. So gehst Du dabei vor, je nach Gerät.

iPhone und iPad: Zwei Wege stehen offen, je nachdem, ob Du die Inhalte behalten willst. Willst Du ein Backup, tippst Du in den Einstellungen oben auf Deinen Namen, wählst «iCloud-Backup» und «Jetzt sichern», oder Du verbindest das Gerät per Kabel mit einem Mac oder PC und sicherst es über den Finder respektive iTunes. Willst Du die Inhalte stattdessen direkt auf ein neues Gerät übernehmen, ohne Umweg über ein Backup, nutzt Du beim Einrichten des neuen Geräts «Schnellstart» oder «Von iPhone übertragen». So funktioniert die direkte Übertragung. Ist Dein Gerät so weit, tippst Du in den Einstellungen oben auf Deinen Namen, scrollst nach unten und meldest Dich vom Apple-Account ab, am besten zu Hause, wegen der Sicherheitsverzögerung von oben. Damit fällt die Aktivierungssperre weg. Zum Schluss unter «Allgemein» und «Zurücksetzen» alle Inhalte und Einstellungen löschen.

Apple Watch: In der Watch-App auf dem gekoppelten iPhone die Uhr entkoppeln. Das erstellt automatisch ein Backup, hebt die Aktivierungssperre auf und setzt die Watch zurück, ein separater Reset-Schritt entfällt.

Mac: In den Systemeinstellungen unter «Allgemein» den Punkt «Übertragen oder zurücksetzen» wählen und «Alle Inhalte und Einstellungen löschen» auswählen. Auf älteren Systemen ohne diese Option meldest Du Dich manuell aus iCloud, iMessage und dem Apple-Account ab und installierst macOS über das Wiederherstellungssystem neu.

Klappt etwas davon nicht, weil das Passwort fehlt oder das Gerät nicht mehr startet, melde Dich über unsere Hilfe-Seite oder frag in einer Filiale nach. Je nach Kapazität unterstützen wir vor Ort, planbar ist das aber nicht. Ausführliche Anleitungen gibt es auch direkt bei Apple und Google. Unsere eigene Übersicht dazu findest Du hier.

Ist Dein Gerät so bei uns angekommen, beginnt die zweite Ebene: unser eigener Löschprozess.

Was passiert, sobald Revendo Dein Gerät hat?

Löschen mit Phonecheck ist bei uns der erste Arbeitsschritt, noch vor der Preisprüfung und der Erfassung, unabhängig davon, ob Du das Gerät in einer Filiale abgibst oder einschickst.

Und dann die Stelle, auf die es ankommt: Ein Gerät lässt sich in unserem System nicht auf «geprüft und verkaufsbereit» setzen, wenn kein Löschzertifikat hinterlegt ist, das höchstens fünf Tage alt ist. Das ist keine Richtlinie, an die sich alle halten sollen, sondern im System selbst hinterlegt, unabhängig davon, wie viel gerade zu tun ist.

Dazu kommt das Vier-Augen-Prinzip: Jedes Gerät wird von mindestens zwei Personen geprüft, bevor es freigegeben wird. Bei der technischen Funktionsprüfung unterstützt zusätzlich MATT, unser Testroboter: Er führt dieselben Tests durch wie das Prüfteam, nach demselben Protokoll, unabhängig davon, wie viel gerade los ist. Er ergänzt die menschliche Prüfung, er ersetzt sie nicht. Wie MATT arbeitet, haben wir hier beschrieben.

Gilt das für alle Geräte?

Nein, und das sagen wir lieber selbst. Zertifiziertes Löschen mit Phonecheck läuft bei iPhones, Android-Geräten, iPads und der Apple Watch. Bei Macs sind wir mitten im Ausrollen, aber noch nicht in allen Filialen.

Das heisst nicht, dass Macs ungeprüft weitergehen. Sie werden gelöscht und durchlaufen dieselbe doppelte Kontrolle wie jedes andere Gerät. Was an einzelnen Standorten noch fehlt, ist das automatisch erzeugte Zertifikat als zusätzlicher Nachweis. Wir hätten das lieber schon überall. Wir schreiben es hin, weil es dazugehört.

Woran erkennst Du einen Refurbisher, der es ernst meint?

Diese Detailtiefe lässt sich verallgemeinern. Refurbished ist kein geschützter Begriff. Er steht auf Geräten, die durch eine industrielle Aufbereitung gelaufen sind, und auf Geräten, die jemand kurz abgewischt hat. Drei Fragen trennen das eine vom anderen. Wir beantworten sie hier für uns, weil sie für jeden Anbieter gelten sollten, auch für uns.

Erstens: Gibt es einen Löschnachweis pro Gerät, oder nur eine allgemeine Aussage auf der Website? Bei uns ein signiertes Zertifikat pro Seriennummer, keine Sammelaussage.

Zweitens: Verhindert das System den Fehler, oder verlässt es sich auf Menschen? Bei uns lässt sich ein Gerät ohne gültiges Löschzertifikat technisch nicht freigeben, zusätzlich zum Vier-Augen-Prinzip. Das ist im System hinterlegt, nicht in einer Arbeitsanweisung.

Drittens: Wie weit lässt sich ein Gerät zurückverfolgen? Bei uns seriennummerngenau, von der Annahme bis zum Verkauf, über die gesamte Aufbereitung hinweg.

Beim Privatkauf über eine Kleinanzeige gibt es diese Nachweise nicht. Das spricht nicht gegen Privatverkäufe, es ist einfach ein Unterschied, den man kennen sollte.

Kurz gesagt

Ob ein Gerät bei uns verkauft werden darf, hängt nicht von Vertrauen ab, sondern von zwei Ebenen: Dein eigener Reset als Voraussetzung, unser Zertifikat, das höchstens fünf Tage alt sein darf, als Nachweis obendrauf. Das ist der Unterschied zwischen einem Versprechen und einem Mechanismus. Bei Revendo beginnt der Prozess, sobald Dein Gerät sperrfrei bei uns ankommt. Danach ist Löschen der erste Schritt, der Nachweis ist Pflicht, und ohne ihn bewegt sich ein Gerät im System nicht weiter. Bei Macs sind wir noch nicht überall so weit, und auch das gehört hierhin.

Wenn Du etwas anders erlebst, sag es uns direkt. Kritik hilft uns dort am meisten, wo wir sie beantworten können.

Dein altes Gerät liegt noch in der Schublade? Dort wird es weder wertvoller noch sicherer.

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